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Als mich Susanne frage, ob ich Lust hätte für Ihre Homepage in der Rubrik „Das bin Ich“ ein Interview über Ihren Weg zur Malerei zu schreiben, sagte ich spontan zu.
Wir haben wunderbare Stunden bei diesem Interview verbracht, sind abgeschweift, haben viel gelacht, sind aber auch nachdenklich geworden.
Nach diesem Interview stand für mich fest, Susanne ist für mich eine besondere Künstlerin. Jetzt weiß ich was ich an ihren Malkursen so liebe. Es ist das Stillen meiner Sehnsucht nach dem Festhalten einer besonderen Stimmung.
Annett

Wie bist du zum Malen gekommen?

Schon als Kind und später als Jugendliche hatte ich den Wunsch besondere Stimmungen in einem Bild für immer festzuhalten. Wie zum Beispiel das Glücklich sein im roten Klatschmohn.

Interessanter Weise habe ich nie an eine Fotokamera gedacht, sondern daran, mitten in dieser Umgebung zu sein, und diese langsam aufzunehmen und zu fühlen. Dieses ist vielleicht auch der Grund, warum ich lieber mit dem Fahrrad, oder noch besser zu Fuß unterwegs bin, als mit dem Auto km abzuspulen.

Und meine Eltern hatten schon immer die Liebe für Kunst in Bildern mit sich getragen. So kam es eben, dass ich über sie einen bekannten Maler kennenlernte, der super schöne und filigrane Bilder malte. Mich hat damals besonders fasziniert, dass er diese ausdrucksstarken und sehr detaillierten Bilder mit seinen kräftigen Händen malte.
Ich habe den Mann sehr bewundert und war sehr stolz, als er mich mal für ein kleines naives Bild lobte. Dabei sagte er mit einer Stimme die mir noch heute in Erinnerung ist „Du bist auch eine Künstlerin“.

Was für Maltechniken benutzt du?

Die Farben müssen fließen, so wie unser ganzes Leben sich im Fluss befindet, deshalb setzte ich gerne verschiedene Techniken und Materialien ein und wende teilweise ungewöhnliche Methoden an.

Was meinst du mit ungewöhnlichen Methoden?

In erster Linie soll das Malen Spaß machen, damit meine ich, es soll entspannen und auch beflügeln. Es soll ein Glücksgefühl entstehen und man soll den Tag als gelungenen Urlaubstag genießen.
Es ist mir wichtig mit sich selber und dem Material in Einklang zu sein, sozusagen die Aufmerksamkeit für das Hier und Jetzt. Die Spannung liegt darin, ohne Hemmungen Neues auszuprobieren, da helfen ungewöhnlichen Malmethoden.

Ich male sehr gerne den Himmel mit den Händen und erziele damit einen besonderen Farbverlauf, hier fühle ich sozusagen das Material beim Auftragen.

Woher kommen die Ideen für neue Bilder und was tust du um dich weiterzuentwickeln?

Das ist eine interessante Frage. Jetzt, wenn ich darüber nachdenke, möchte ich die Frage gerne so beantworten. Ich bin hungrig neue Wege für mein Wirken zu finden. Ich bin gerne zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs und nehme die Landschaft bewusst in mir auf. Ab und an mache ich eine Reise in die Vergangenheit, in der ich mich gut gefühlt habe. Dieses Zurückholen hält das Erlebte lebendig und ist ein Teil meiner Inspiration für meine Bilder. Gute Gespräche und auch Besuche in Galerien prägen meine Weiterentwicklung, da ich ja „hungrig“ bin will ich alles sofort ausprobieren.

Ich genieße die konstruktive Auseinandersetzung mit meinen Kursteilnehmern. Im Gespräch erhalte ich viele positive Rückmeldungen und Wünsche. Neue Themen mit neuer Technik umzusetzen, das sind dann wieder neue Herausforderungen, denen ich mich gerne stelle.

Unterscheiden sich Deine Malkurse von anderen Malkursen?

Ich denke schon, denn jeder Kursteilnehmer ist mit seiner Wahrnehmung individuell und hat natürlich den Wunsch sein Bild nach seiner Empfindung umzusetzen. So kommt es eben, dass der Anfang nicht immer so gelingt wie es der Kursteilnehmer im Kopf hat und dann bin ich gefragt. Auch geht es meist eine Weile bis man seine eigenen Ideen umsetzten kann. Es läuft etwa so ab: „Susanne wie soll ich es machen, ich kann das einfach nicht?“ „Natürlich kannst du das, du musst dich nur trauen die Farbe dicker aufzutragen, oder einen entschlosseneren Pinselstrich zu machen oder nimm deine Finger, dann bekommst du einen besseren Farbverlauf.“

Ich bin ziemlich unkompliziert und kommunikativ, das überträgt sich auch auf die Kursteilnehmer. Im Vordergrund steht die Freude am Malen und ich biete die lockere Atmosphäre gepaart mit fachlichem Rat. So genießen alle die entspannte und angenehme Stimmung die manchmal besonders Lustig sein kann. Es kann also auch vorkommen, dass wir Sonntagmittag bei Kaffee und Kuchen zusammen sitzen und malen.

Was meinst du mit Lustig?

Na ja, es gibt immer wieder Malkurse da malen nur Frauen und da wird der Mann als solches gerne thematisiert, was teilweise sehr Lustig sein kann.

Kommen keine Männer in deine Malkurse?

Doch, natürlich kommen auch Männer in meine Malkurse, dann ist es eben anders, weil andere Themen angesprochen werden und das ist gut so. Soll aber nicht heißen, das nur Frauen unter sich können lustig sein.

Warum gibst du Malkurse?

Mir bereitet es große Freude meine Begeisterung weiter zu geben und insgesamt das Leben farbiger zu gestalten.

Kann man von einem gemalten Bild auf den Menschen schließen?

Puh, du stellst Fragen. Ich denke schon, doch, klar, man erkennt Entschlossenheit, Unsicherheit, Stimmung, Freude, Aggression, Genauigkeit, Geduld und Ungeduld, man sieht Mut zur Farbe, Ängste und Hemmungen.

Welche Personen können an deinen Malkursen teilnehmen?

Alle die, die Freude am Malen haben oder erlernen wollen und kreativ sein möchten.

Wo finden deine Malkurse statt?

Für die Malkurse in Waldkirch nutze ich die Räumlichkeiten bei Farben Tritschler von dort beziehe ich auch meine Malfarben. Ich mache auch Workshops in Harrys Weinladen. Was auch immer sehr schön ist, sind Exkursionen nach Freiburg oder Baden Baden und an den Rhein. Diese Exkursionen haben mich auf die Idee gebracht eine Malreise an die Ostsee anzubieten.

Wann und wie bist du auf die Ostsee gekommen?

Die Weite am Meer fasziniert mich, in einem Gespräch hat es sich ergeben, dass ich für diese Unternehmung ein Haus in der Nähe zum Strand nutzen könnte. Hier möchte ich mit den Kursteilnehmern die Landschaft beim Wandern bewusst wahrnehmen, den Wind in den Haaren spüren, den Sand unter den Füßen fühlen und die Weite des Meeres erleben. Hier werden alle erleben, dass durch das Malen der Blick in die Landschaft und auch auf Einzelheiten geschärft wird, wir werden lernen Dinge zu sehen die wir vorher schlicht übersehen haben.

Wie fandest du dieses Interview?

Es hat mir viel Spaß bereitet. Es war für mich sehr angenehm, das Thema „Das bin ich“ als Interview zu erleben, so konnte meine zweite Leidenschaft voll zum Tragen kommen „reden“.

Danke dass du dir Zeit genommen hast.

Susanne Höffner